Betrachtungen I: von Eintracht und Zwietracht

Es gibt keinen Gedanken jenseits des ihn denkenden Ichs. Versucht man ihn vom denkenden Ich loszulösen, verliert er sogleich an Substanz, denn kein Medium vermag ihn in seiner Einzigartigkeit darzustellen. Selbst wenn dies möglich wäre, stellte sich dann immer noch das Problem der Betrachtung. Denn mit ihr verhält es sich genauso: es gibt keine Betrachtung …

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Du & ich

Du bist die Pille, die so süss nach gestern schmeckt Und ich die Angst, die in dir steckt   Du bist das Grab, das mich sein eigen nennt Und ich der Name, der dir auf der Seele brennt   Du bist die Zeit, die mich zersetzt Und ich der Morgentau, der dir das Herz benetzt

Leben im Komparativ

Schneller, besser, mehr Öfter, höher, weiter Niemals wieder zweiter   Grösser, schlanker, fitter Reicher, schöner, jünger Neid ist der Gewinnsucht Dünger   Am schnellsten, besten, meisten Am öftesten, höchsten, weitesten Der Superlativ wird so zum Mindesten   Am grössten, schlanksten, fittesten Am reichsten, schönsten, jüngsten Darauf gibt es keinen Reim   Wie war das mit …

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Modernes Menschsein

Im modernen Menschsein geht es verhältnismässig selten um Leben und Tod Die Sorgen ranken sich ums Zukurzkommen, Vorwärtskommen, sich selber vollkommnen Die Gedanken drehen sich ums Geldverdienen, sich selbst bedienen, um massgeschneiderte Gardinen Man redet vom Ansehen, Aussehen, vom Tatsachen verdrehen Worin genau liegt die eigentliche Not? Die innere Nacktheit wird bekleidet, verkleidet, zum Schweigen …

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