Ich ward Feder und Tinte

Als ich dich traf, ward ich eine Metapher

Wurde vom Menschen zur Sprache

Legte mich in jedes einzelne Wort

 

Ich ward Feder und Tinte

Wahrheit und Lüge

Ein Kapitel in deinem Buch

 

Ich ward die Randnotiz irgendwo auf Seite dreihundertvierzehn

Das Eselsohr wo dir das Buchzeichen fehlte

Ein kleiner Knick in deinem Einband

 

Ich ward der rote Faden, der sich durch dich hindurch zieht

Der Kaffeefleck, der niemals mehr ausgeht

Die Zeit, die nur langsam zerrinnt

 

Und du?

 

Wurdest mir zur liebsten Tautologie

Im Augenblick des Moments

Warst du alle sechzig Minuten in meiner Stunde

 

Du wurdest das Helle im Licht

Die erste Sekunde am Tag, der anbricht

Die Illusion in meinem Traum

 

Du wurdest mein ein und mein alles

Ein immer und ewig

Das Wenn und das Aber

 

Du wurdest das Dunkle der Nacht

Das nie und nimmer

Eine Pause in meinem Schweigen

 

4 thoughts on “Ich ward Feder und Tinte

Leave a Reply

Fill in your details below or click an icon to log in:

WordPress.com Logo

You are commenting using your WordPress.com account. Log Out /  Change )

Google photo

You are commenting using your Google account. Log Out /  Change )

Twitter picture

You are commenting using your Twitter account. Log Out /  Change )

Facebook photo

You are commenting using your Facebook account. Log Out /  Change )

Connecting to %s