Ego te absolvo

Ich glaube. Ja, ich denke schon

Ich glaube an das Echte in mir

An das Wahre im Menschen, die Liebe in dir

An die Hoffnung, jedoch an keinen himmlischen Thron

 

Gottlos mag es freilich sein

Gottesfurcht liegt mir recht fern

Womöglich leuchtet mir ein böser Stern

Womöglich zieht ein Dämon schon an meinem Bein

 

Ich spür jedoch etwas regen sich in meiner Brust

Ich frag mich, ist es Chemie oder doch nur Fantasie?

Ist es Blasphemie oder Poesie?

Ist es Wunschgedanke oder Frust?

 

Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit

Frei, müssten wir doch sein, du, ich, wir alle

Ebenbürtig in diesem und in jedem Falle

Ebenen Weges müssten doch schreiten wir in Einigkeit

 

Wer gibt uns denn das Recht auf Hoheit und Gewalt?

Wer darf gebieten über seinen Nächsten?

Warum lassen wir leiden unsre Schwächsten?

Warum geben wir ihnen keinen Halt?

 

Kein priesterlicher Segen

Kein kirchliches Vergeben

Kann uns dieser Schuld entheben

Kann ihren Schmerz wegpflegen

 

Heilige Münder preisen ein unsichtbares Lebenselixier

Heiligkeit, Dreifaltigkeit

Ist das nicht alles Eitelkeit?

Ist es nicht vergänglich so wie wir?

 

Mit dem Menschen mag auch das Göttliche vergehn

Mit uns stirbt ein jeder frömmelnde Gedanke

Warum also nicht aufheben diese Schranke?

Warum die Welt nicht einmal anders sehn?

 

Wie soll Weihwasser uns beschützen?

Wie Gebete uns durchs Leben tragen?

Kniend kann sich niemand vorwärts wagen

Kniend wird der grösste Mut uns gar nichts nützen

 

Stehend blickt es sich so viel besser in die Ferne

Stehend einander in die Augen sehen

Nur so kann frischer Wind durch unsre Mitte wehen

Nur so leuchten eine bedingungslos friedliche Laterne

 

Ego te absolvo, welch ein Versprechen!

Ego te absolvo, so glaubt man Dinge ungeschehn zu machen

Kein Mensch vermag schuldige Hände rein zu waschen

Kein Wesen auszulöschen irgendein Verbrechen

 

Ich glaube. Ja, ich denke schon

Jedoch an keinen himmlischen Thron

Gottlos mag es freilich sein

Womöglich zieht ein Dämon schon an meinem Bein

Ich frag mich, ist es Chemie oder doch nur Fantasie?

Ist es Blasphemie oder Poesie?

Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit

Ebenen Weges müssten doch schreiten wir in Einigkeit

Wer darf gebieten über seinen Nächsten?

Warum lassen wir leiden unsre Schwächsten?

Kein priesterlicher Segen

Kann ihren Schmerz wegpflegen

Heilige Münder preisen ein unsichtbares Lebenselixier

Ist es nicht vergänglich so wie wir?

Mit uns stirbt ein jeder frömmelnde Gedanke

Warum also nicht aufheben diese Schranke?

Wie soll Weihwasser uns beschützen?

Kniend wird der grösste Mut uns gar nichts nützen

Stehend einander in die Augen sehen

Nur so kann frischer Wind durch unsre Mitte wehen

Ego te absolvo, welch ein Versprechen!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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