“Es liegt nicht an dir” …

Abschiede sind immer schwierig, besonders dann, wenn man sich selbst noch nicht verabschieden möchte. Doch es ist selten, dass man einvernehmlich auseinander geht. Viel öfter ist es so, dass eine Person sich der anderen entzieht. So spielt das Leben und es ist unser aller Recht, uns von anderen Menschen wieder zu entfernen. Die Frage ist dann nur wie man das tut. Was sagt man? Wie erklärt man sich? Muss man das überhaupt? Ja, meiner Meinung nach muss man das.

Es geht nicht darum, dass man der anderen Person Rechenschaft schuldig wäre. Ganz und gar nicht. Jeder Mensch ist frei und darf sich zurückziehen. Nur sollte man sich vergegenwärtigen, dass das Gegenüber eben auch ein Mensch mit Gefühlen, Hoffnungen und Erwartungen ist. Diese zu erfüllen ist selbstverständlich keine Pflicht. Dennoch sollte man sie ernst nehmen und dem Gegenüber mit Rücksicht begegnen.

Es ist ein Zeichen von Respekt und persönlicher Grösse, wenn man zu den eigenen Beweggründen offen, ehrlich und am besten persönlich stehen kann, auch wenn dies für andere verletzend sein kann. Die Lüge, die man nur ausspricht, um dem anderen nicht weh zu tun, ist meiner Ansicht nach ein Mythos. Sie ist feige. „Es liegt nicht an dir, es liegt an mir.“ „Du hast nichts falsch gemacht.“ Diese Art Lügen werden in aller Regel schnell als solche erkannt und verletzen oftmals mehr als es die Wahrheit getan hätte.

Das liegt daran, dass sich mit dem Erkennen der Lüge auch immer Unklarheit einstellt. Das Gegenüber beginnt sich selbst zu hinterfragen, über mögliche Verfehlungen nachzudenken, nach der Wahrheit zu suchen und das Loslassen wird so nur unnötig erschwert. Ein einfaches „ich möchte dich nicht mehr sehen, weil …“ wäre daher nicht nur ehrlich sondern auch schonender und um einiges respektvoller. Die meisten Menschen können mit der Wahrheit nämlich besser umgehen als mit einer Lüge, mag sie noch so schmerzlich sein.

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7 thoughts on ““Es liegt nicht an dir” …

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  1. Sehr schön geschrieben! Ich würde mir auch ein offeneres und ehrlicheres Miteinander wünschen. Ich komme damit auch sehr gut zurecht, wenn man mir klar und deutlich sagt das es einfach nicht passt, weil…. Es ist doch völlig in Ordnung wenn dem so ist. Das “Weil” sollte aber dennoch mit Respekt begründet sein und nicht in Beleidigungen ausarten, weil sowas ist nicht nötig man kann sich ehrlich und dennoch nett voneinander verabschieden.

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    1. Danke 🙂 Da bin ich ganz deiner Meinung. Das “Weil” sollte ehrlich und höflich formuliert sein. Nur heisst ein “Weil” eben auch immer, dass man sich zuerst mit sich selber auseinandersetzen muss und das fällt vielen Menschen schwer. Ich finde auch, dass man sich idealerweise persönlich aussprechen sollte, aber auch das ist manchmal nicht einfach. Es muss ja nicht gleich in ein stundenlanges Gespräch ausarten, aber gerade im digitalen Zeitalter werden persönliche Aussprachen immer mehr vernachlässigt. Ich selbst hab da auch schon so meine Probleme damit gehabt, leider.

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      1. Ja sich mit sich selbst auseinandersetzen sollte immer das erste sein und wird oftmals gar nicht gemacht. Es ist einfacher die Schuld bei anderen zu suchen, als sich selbst zu reflektieren. Man muss sich selbst akzeptieren bevor man von anderen erwarten kann das diese einen akzeptieren und man muss auch akzeptieren das man sich nicht mit jedem verstehen kann und muss.

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