Vorstadtchrieg / Vorstadtkrieg

(Hochdeutsche Übersetzung unten)

Chum, mir wei sägä wis isch

Chum, mir chlopfä eifach mau rächt ufä Tisch

 

Da isch ä Hysterie, wo um sech griift

Ä Panik, wo vor Verluschtangscht trieft

Ä Furcht, wo nach Säubschtzwifu mieft

 

Aus banget um Hab und Guet

Verschanzt sech u kämpft wes mues si bis uf zBluet

Aus wird abzunet, uf aus het mä ä furchbari Wuet

 

DVorgärtä wärdä zu Schützägräbä

Mä chönnt meinä äs göng ums eigetä Läbä

Flüchtlingslager würkä friedlech dernäbä

 

Jedä denunziiert jedä

Aus mues ging hinger dürä redä

Mä zeigt mitem Finger, “lug mau, was het dä?”

 

ZFrömdä wird heimlech beäugt

Wird usgränzt bises sich vor eim böigt

 

Chum, mir nämä kes Blatt meh vor zMu

Chum, mir wärdä nid fu

 

Da isch ä Finschternis, wo sech usdehnt

Ä Cheuti, wo sech heimlech glich nach Wermi sehnt

Ä Schockstarri, wo jeglechs Vorwärtsga ablehnt

 

Aus dänkt numä bis a eiget Nasespitz

Blibt stah wi troffä vomnä Blitz

Derbi wär’s Zit zum Loufä u zwar itz

 

DChindergärtä wärdä zu Sperrzonä

Säubscht dä Chlinschtä nimmt mä dIllusionä

Scho dört wei paar wenigi desumäthronä

 

So wachsä si uf mit däm verschrobnä Wäutbiud

Gseh aus Frömdä aus Freiwiud

Wüsses nid besser, bruchä ihrä Hass wines Schutzschiud

 

Jedä steut jedä a Pranger

Aus Vagant u Betrüeger bezeichnet einä der anger

 

Chum, mir wei sägä wis isch

Chum, mir chlopfä eifach mau rächt ufä Tisch

 


Hochdeutsche Übersetzung

 

Komm, wir wollen sagen wie’s ist

Komm, wir klopfen einfach mal richtig auf den Tisch

 

Da ist eine Hysterie, die um sich greift

Eine Panik, die vor Verlustangst trieft

Eine Furcht, die nach Selbstzweifel mieft

 

Alles bangt um Hab und Gut

Verschanzt sich und kämpft wenn’s sein muss bis aufs Blut

Alles wird eingezäunt, auf alles hat man eine furchtbare Wut

 

Die Vorgärten werden zu Schützengräben

Man könnte meinen, es gehe ums eigene Leben

Flüchtlingslager wirken friedlich daneben

 

Jeder denunziert jeden

Alles muss immer hinter dem Rücken anderer reden

Man zeigt mit dem Finger, “schau mal, was hat der?”

 

Das Fremde wird heimlich beäugt

Wird ausgegrenzt bis es sich vor einem beugt

 

Komm, wir nehmen kein Blatt mehr vor den Mund

Komm, wir werden nicht faul

 

Da ist eine Finsternis, die sich ausdehnt

Eine Kälte, die sich heimlich doch nach Wärme sehnt

Eine Schockstarre, die jegliches Vorwärtsgehen ablehnt

 

Alles denkt nur bis zur eigenen Nasenspitze

Bleibt stehen wie getroffen vom Blitz

Dabei wär’s Zeit zu gehen und zwar jetzt

 

Die Kindergärten werden zu Sperrzonen

Selbst den Kleinsten nimmt man die Illusionen

Schon dort wollen ein paar wenige herumthronen

 

So wachsen sie auf mit diesem verschrobenen Weltbild

Sehen alles Fremde als Freiwild

Wissen’s nicht besser, benutzen ihren Hass wie ein Schutzschild

 

Jeder stellt jeden an den Pranger

Als Vaganten und Betrüger bezeichnet einer den andern

 

Komm, wir wollen sagen wie’s ist

Komm, wir klopfen einfach mal richtig auf den Tisch

2 thoughts on “Vorstadtchrieg / Vorstadtkrieg

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