Chris in der Grauzone, Teil 1

Ich sag’s jetzt einfach mal so wie es ist: manchmal ist das Leben echt scheisse. Und manchmal ist es wunderschön. Zurzeit befinde ich mich in einer dieser Grauzonen, irgendwo zwischen scheisse und wunderschön, in denen man nicht recht weiss, ob man denn nun glücklich ist oder nicht.

Ich möchte mich kurz vorstellen. Mein Name ist Christian. Ich bin nicht mehr ganz jung, aber auch noch nicht alt, nicht unbedingt schlank, aber auch nicht dick, nicht sehr gross, aber auch nicht wirklich klein, intelligent, jedoch kein Genie, witzig, wenn auch in Massen, charmant, aber kein Womanizer, höflich, aber kein Arschkriecher, belesen und doch kein Alleswisser. So, was bin ich noch? Naturliebend (ich gehe ab und zu im Wald spazieren), tierfreundlich (manchmal streichle ich Nachbars Katze), umweltbewusst (zumindest trenne ich meinen Abfall), gutaussehend (scheinbar) und alleinstehend (tja). Ein Durchschnittstyp eben. Und trotzdem bin ich eigentlich ganz zufrieden mit mir. Eigentlich. Es ist so eine Sache mit diesem Wort. Es sagt so vieles und dann eben doch nichts. „Eigentlich wollte ich immer Fussballer werden,” sagt mein Bruder immer. Und warum ist er es nicht geworden? Weil er eigentlich keinen Sport mag. Eigentlich trage ich keine Krawatten, tue es manchmal aber doch, weil ich eigentlich doch gerne einen guten Eindruck hinterlasse.

Sie fragen sich vielleicht, wo denn nun das Problem liegt, wo genau der Schuh drückt, warum ich nur ‘eigentlich’ zufrieden mit mir bin. Es ist so: ich bin Akademiker. Nicht, dass Sie jetzt denken, das sei etwas Schlechtes. Ganz und gar nicht. Also eigentlich nicht. Eigentlich ist es sogar etwas ganz Schönes. Ich darf den ganzen Tag über Dinge sinnieren, sie hinterfragen, sie neu beleuchten, ergründen, ihnen Wert zuschreiben, sie anderen näherbringen. Und wenn ich mal keine Lust habe im Büro zu sitzen, kann ich das alles auch zu Hause tun oder im Wald (wo ich ja ab und zu spazieren gehe) oder unten an der Aare. Eigentlich toll, nicht wahr? Ja. Nur drängt sich mir immer wieder die Frage auf „Wozu das Ganze?“.

Also eigentlich stelle ich mir selbst diese Frage nicht. Es ist mehr so etwas, das von aussen kommt. Und damit meine ich meinen gesamten Familien- und Bekanntenkreis. Klar, meine Eltern sind stolz auf ihren jüngsten, der mit Bestnote sein Doktorat abgeschlossen hat, und erzählen gerne davon, dass er an der Universität arbeitet. Nur können sie sich leider nicht merken woran. „Was genau macht ein Literaturwissenschaftler denn so?“ werden sie oft gefragt und können nur mit den Schultern zucken. Dann ruft mich meine Mutter an und fragt „was genau machst du denn den ganzen Tag?“ Ich sitze am anderen Ende der Leitung und atme tief ein, zwei Finger an der Nasenwurzel. Wie schon so oft übe ich mich in Geduld (inzwischen bin ich ganz gut darin).

„Ich lese Bücher, Mama. Und dann analysiere ich sie.“

„So wie in der Schule? Du schreibst also Buchbesprechungen?“ Sie ist enttäuscht. Es klingt langweilig.

„Nein, nicht ganz. Es ist schon etwas komplizierter …“

„Also du liest Bücher. Und dann?“

„Dann … Ja, also dann …“ Mir fehlen die Worte. Ja, was tue ich denn dann? Ich denke. Lange. Und dann schreibe ich. Auch lange. Es klingt wirklich langweilig und ich beginne mich selbst zu hinterfragen. Wozu das Ganze? „Mama, ich habe jetzt keine Zeit. Ich muss arbeiten,“ sage ich. Eigentlich stimmt das so nicht ganz. Ich sehe mir gerade Youtube Videos an. Im Englischen nennt man das procrastination. Dinge aufschieben. Ein neues Schlagwort in meiner Branche.

„Jaja,“ sagt Mama, „dann lies du mal schön deine Bücher. Hast du jetzt eigentlich eine Freundin?“

„Nein, Mama.“

„Warum denn nicht? Du bist doch ein gutaussehender Kerl. Du bist doch nicht schwul oder?“

„Ich muss jetzt los, Mama. Tschüss.“ Ich drücke sie weg. Sie denkt jetzt, ich sei schwul. Das höre ich noch bis Weihnachten und heimlich wünsche ich mir, es wäre so. Dann hätte sie wenigstens einen Grund, händeringend auf dem Balkon auf und ab zu gehen und sich zu fragen, was sie denn nur falsch gemacht hat mit mir. Meine Brüder haben doch beide Familie, der Tomi sogar schon ein Eigenheim. Warum nur kann der Christian nicht auch endlich sesshaft werden? Gut, sie hat zwar schon drei Enkelkinder, aber ein viertes wäre ja doch schön.

Ja, warum nur kann ich nicht sesshaft werden? Es ist so: ich bin Akademiker. Und die Sesshaftigkeit ist dem Akademiker sein Tod. Man muss mobil sein. Auch so ein Schlagwort. Bloss kein Stillstand. Als ob wir besser denken könnten, wenn wir ständig in Bewegung sind. Ich persönlich sehe das anders. Eigentlich. Sie verstehen schon. Mein Vorgesetzter hat mir nahegelegt, meinen Lebenslauf durch möglichst viele Forschungsaufenthalte aufzuwerten. Ich habe seinem Rat natürlich Folge geleistet (man will ja eben einen guten Eindruck machen, wenn’s sein muss sogar mit Krawatte). Ich war ein Semester lang in St Andrews, dann ein Jahr lang in Oxford. Hinzu kommt das eine oder andere Gastspiel in Form eines Vortrages an renommierten Universitäten im In- und Ausland. Vorwiegend im Ausland, weil das ist weiter weg und zeigt wie mobil ich bin. Das ist das eine. Dann sind da noch die Publikationen. Möglichst viele muss man davon haben. Publish or perish wie man so schön sagt. Also eigentlich sagt man das so nur hinter geschlossenen Türen. Inzwischen darf ich eine Monographie, zehn Artikel und ebenso viele Rezensionen auf meinem Lebenslauf aufführen. Dann habe ich noch einen Sammelband herausgegeben und ein weiterer liegt zum Korrekturlesen auf meinem Schreibtisch.

Ich habe mich, glaube ich, ganz gut positioniert. Nur leider ist dabei mein Privatleben etwas auf der Strecke geblieben. Ich habe keine Freundin, weil mir für eine fundierte, langfristige Beziehung schlicht die Zeit fehlt. Einmal habe ich es mit einer Historikerin versucht. Das war ganz schön. Abends sassen wir beide nebeneinander im Bett, unsere Laptops auf den Beinen, denkend und schreibend. Mal seufzte sie, mal seufzte ich. Wir lebten in völligem Einklang. Nur lebten wir eben auch aneinander vorbei. Ich weiss bis heute nicht, wer sie wirklich ist. Und ich habe ihr nie erzählt, dass ich mir in der dritten Klasse einmal einen Arm gebrochen habe oder dass ich in meiner Jugend heimlich Cannabis geraucht habe. Auch von meinen Albträumen, in denen ich im ‚Haus, das Verrückte‘ macht aus diesem einen Asterix Film umherirre, habe ich ihr nichts erzählt. Sie weiss nicht, dass die Herr der Ringe Romane die ersten Bücher waren, die ich freiwillig gelesen habe und dass ich eigentlich nicht gerne zum Squash gehe. Wenn wir einander heute in der Mensa oder der Bibliothek begegnen, grüssen wir höflich, bleiben stehen, tauschen uns über unsere Arbeit aus. Dann lächeln wir verstohlen, weil wir einander eigentlich mehr zu sagen haben sollten und weil wir einander nackt gesehen haben. Sie ist hübsch und ich denke gerne an unsere gemeinsame Zeit zurück, aber wirklich vermissen tue ich sie nicht. Natürlich ist es schön, nachts nicht alleine einschlafen zu müssen und morgens nicht alleine aufzustehen, und der Sex war auch ganz gut, aber das war leider auch schon alles. Soviel ich weiss, ist sie jetzt mit einem Soziologen zusammen. Über Soziologie weiss ich nichts, könnte spannend sein. Vielleicht sollte ich auch meine Fühler ausstrecken. Vielleicht sogar über Fakultätsgrenzen hinaus. Über eine Ärztin würde sich meine Mutter sicher freuen oder eine Anwältin. Da wüsste sie wenigstens, was die Schwiegertochter in spe so macht den ganzen Tag. Leben retten, Leute verteidigen, das hat Nutzen, das ist was. Vielleicht hätte ich auch Arzt werden sollen. Oder Anwalt. Ich kann aber leider kein Blut sehen und mit Rechtsfragen kann ich auch nichts anfangen.

Dies also ist mein Status Quo: eine Grauzone. Eigentlich läuft alles ganz gut, irgendwie aber doch nicht. Ich würde nicht sagen, dass ich einsam bin. Es macht mir nichts aus, alleine zu sein. Als Mann habe ich ja auch nicht mit dem Stigma der alten Jungfer zu kämpfen, wenn man mal von den Vorwürfen meiner Mutter absieht. Und trotzdem fühlt es sich komisch an, meine Brüder mit ihren Kindern zu sehen. Sie lachen, spielen, albern herum. Ihre Frauen küssen sie, umarmen sie, kennen sie in und auswendig. Und ich? Ich stehe dabei wie bestellt und nicht abgeholt, wie das fünfte Rad am Wagen.

Nun ja, es könnte schlimmer sein. Ich könnte zum Beispiel noch Jungfrau sein. Das wäre schlimm. Also nicht grundsätzlich, aber für mich wäre es schlimm. Ich weiss noch wie ich das erste Mal verliebt war. Ich war vierzehn oder fünfzehn und konnte es kaum erwarten, meine ersten Erfahrungen zu machen. Das Mädchen war bildhübsch. Sie hatte rötlich-blonde Haare und die schönsten grünen Augen, die ich je gesehen hatte. Als wir uns das erste Mal geküsst haben, war ich so nervös, dass mir die Knie zitterten. Sie muss es gemerkt haben, denn sie stand ganz nah bei mir. Geschlafen haben wir nie miteinander. Dafür waren wir dann doch noch zu jung, zu unschuldig. Heute wünschte ich mir, sie wäre meine erste Sexualpartnerin gewesen. Die Dame, mit der ich tatsächlich meinen ersten Sex hatte, hat mich nämlich schon nach ein paar Monaten mit meinem besten Freund betrogen. Was der jetzt macht, weiss ich nicht. Sie hingegen sehe ich noch ab und zu, weil sie auf der Poststelle arbeitet, die am nächsten bei mir zu Hause liegt. Manchmal trage ich meine Briefe und Pakete extra eine Poststelle weiter. Manchmal führt aber kein Weg daran vorbei, zum Beispiel wenn ich den Pöstler verpasst habe und einen eingeschriebenen Brief abholen muss. Jedes Mal will sie meinen Personalausweis sehen. Lächerlich. Und jedes Mal, wenn ich mit ihr reden musste, träume ich nachts von dem Mädchen mit den grünen Augen.

Eigentlich weiss ich nicht mehr so genau, warum wir damals Schluss gemacht haben. Ich glaube, wir haben uns wegen irgendeines Missverständnisses gestritten. Schade. Ich habe vor ein paar Jahren versucht, sie anzurufen, aber sie ist nicht rangegangen. „Kennen wir uns?“ hat sie mir geschrieben. Aha, sie hatte meine Nummer also gelöscht. Was sollte ich denn da sagen? Ja, wir kannten uns. Und nein, eigentlich kannten wir uns nicht mehr. Ich hatte sie rund fünfzehn Jahre nicht gesehen, wusste nicht, was aus ihr geworden war, nicht einmal wo sie wohnte. Vermutlich war sie verheiratet, hatte drei Kinder, zwei Katzen, einen Hund und ein Reihenhäuschen irgendwo im Nirgendwo. Sie mochte aber auch alleinstehend sein oder im Konkubinat leben, ich hatte wirklich keine Ahnung.

„Hier ist Christian,“ schrieb ich.

„Christian wer?“ Wie viele Christians kannte die denn?

„Christian Loser.“ Jetzt erinnerte sie sich an mich.

„Wie geht es dir?“ fragte sie, „Was machst du heute so?“ Zwei ganz einfache Fragen. Eigentlich. Ja wie sollte ich ihr denn erklären, wie es mir ging und was ich machte? Noch dazu per SMS.

„Ganz gut, danke. Ich arbeite an der Uni. Und du?“

„Mir auch, merci. Ich bin Kinderärztin. Was genau machst du an der Uni?“ Das durfte doch nicht wahr sein. Ausgerechnet Ärztin war sie geworden. Wenn meine Mutter das wüsste.

„Ich bin Anglist.“

„Echt jetzt? Mit deinem Nachnamen?“ Das war fies. Sie hatte natürlich Recht. Mein Name hatte über die Jahre für nicht wenige peinliche Momente gesorgt und ich schämte mich nicht wenig. Wann immer möglich, machte ich mit allen neuen Bekanntschaften in meinem Arbeitsumfeld sofort Duzis und stellte mich einfach als „Chris“ vor. Im englischsprachigen Raum führt dies zum Glück viel seltener zum Affront als bei deutschsprachigen Bünzlis.

„Entschuldige, das war gemein,“ schrieb sie nach ein paar Minuten, als ich nicht antwortete, „Ich habe dich gerade gegooglet. Du bist also auch Doktor.“

„Ja, nur etwas anderer Art.“

„Macht doch nichts,“ schrieb sie. Was sollte das denn bitte schön heissen? Natürlich machte das nichts. Oder etwa doch? Ich hätte sie nicht kontaktieren sollen. Sowas endet nie gut. Wir tauschten uns noch eine Weile höflich über solche und ähnliche Belanglosigkeiten aus und verabschiedeten uns schliesslich ohne die Wir-sollten-mal-Kaffee-trinken-gehen Floskel.

Trotzdem träume ich von ihren grünen Augen, wenn ich auf der Poststelle in meinem Quartier war. Das stört mich. Jetzt stört es mich. Weil sie Kinderärztin geworden ist und weil meine Mutter sie mögen würde. Vielleicht hätte ich doch Lehrer werden sollen. Alle zwei Jahre etwa denke ich darüber nach, manchmal auch ernsthaft. Ich könnte es immer noch tun. Ich könnte mich an der pädagogischen Hochschule einschreiben, meinen Job kündigen, mich neu orientieren. Unterrichtserfahrung habe ich ja genug und weiss, worauf ich mich einlassen würde. Aber eigentlich bin ich ja ganz zufrieden mit meinem Leben. Nur wenn ich Lehrer geworden wäre anstatt Akademiker, dann hätte ich in meiner SMS schreiben könnten „Ganz gut, danke. Ich bin Lehrer“ und sie hätte geantwortet „Das ist ja super. So einen Lehrer wie dich hätte ich auch gerne gehabt“. Dann hätten wir uns zum Kaffee verabredet und die Dinge hätten ihren Lauf genommen.

Nun sitze ich aber hier, in meinem kleinen, fensterlosen Büro und versuche mich, auf meine Arbeit zu konzentrieren. Also genaugenommen gibt es hier schon ein Fenster, es lässt sich nur leider nicht öffnen und geht auf die Bibliothek hinaus, von wo natürlich kein Sonnenlicht hereinkommt. Es ist irgendwie trostlos. Von meinem Schreibtisch aus sehe ich die gelangweilten Gesichter der Studenten und Studentinnen während sie über ihren Büchern brüten, sehe wie sie über ihren Laptoptastaturen verzweifelt die Hände ringen oder verstohlen über ihre Professoren tuscheln, wenn sie vorbeigehen. Es ist trostlos, weil sich mir jeden Tag dasselbe Bild bietet. Natürlich sind es immer wieder neue Gesichter, die sich da langweilen und andere Hände die da draussen gerungen werden, aber genau das ist es, das mich nachdenklich stimmt. Sie sind, ich muss es leider sagen, austauschbar. Alle gleichen sie einander und in diesem Punkt, glaube ich, sind wir auf der anderen Seite meines Fensters nicht anders. Wir tun alles, um aus der Masse herauszustechen, um unseren Lebenslauf einzigartig zu machen. Nur machen das alle anderen eben auch und am Ende unterscheiden wir uns doch kaum. Ich kenne viele Akademiker in meinem Alter und alle haben eine Erfolgsgeschichte vorzuweisen. Alle haben sie diesen oder jenen Preis gewonnen, haben Gastvorträge halten dürfen, Bücher publiziert, sich Forschungsgelder für ihr neuestes Projekt gesichert. Eigentlich toll, nicht wahr? Ja, eigentlich schon. Und doch reicht das alles nicht.

Gerade eben hat mich mein Chef wieder einmal daran erinnert, dass die Konkurrenz nicht schläft. Natürlich nicht. Die wissen ja alle, dass ich auch nicht schlafe. Es ist schon absurd. Wenn wir alle einfach einen Gang runterschalten würden, wären wir alle viel entspannter. Wir wären immer noch Konkurrenten, natürlich, aber mit mehr Erholung und ausreichend Nachtruhe würden wir vermutlich sogar noch bessere Arbeit leisten. Win-win würde ich sagen. Nur leider dürfen wir keinen Gang runterschalten. Im Gegenteil, unsere Arbeitswochen werden immer länger, die Ferien immer kürzer. Von freien Wochenenden haben die meisten meiner Kollegen und Kolleginnen schon lange nichts mehr gehört. Tja, so ist das eben. Ich will mich aber nicht beklagen. Anderswo ist es ja auch so. In der Privatwirtschaft wimmelt es nur so von emsigen, kleinen Arbeiterbienen, die sich von irgendeiner Königin herumkommandieren lassen. Wenn sie Glück haben, wird ihre Arbeit auch angemessen entlöhnt, vielleicht sogar honoriert. Die weniger glücklichen werden bestenfalls toleriert, die unglücklichsten gemobbt. Und damit einher geht die neue Volkskrankheit: das Burnout. Damit kenne ich mich aus, mit diesem Gefühl des Ausgebranntseins. Allerdings bin ich bisher mit einem blauen Auge davongekommen. Eine Tasse Bachblütentee vor dem Einschlafen, dazu das Rauschen des Meeres im Hintergrund und die Sehnsucht nach Ferien rückt in den Hintergrund. Wer braucht schon Urlaub, wenn er dem Händeringen der Studierenden (so heisst es genderneutral) zusehen und seine eigene Existenz hinterfragen kann.

Erstaunlich eigentlich, dass wir Menschen trotz all der Plackerei immer länger leben. Die Bevölkerungspyramide steht Kopf, die AHV ebenso, die Alten wissen nicht mehr wohin mit sich. Meine Grosseltern sind über 90, haben alle Zeit der Welt und machen den ganzen Tag nichts anderes als auf den Abend zu warten. Ich kann sie verstehen. Sie haben ihr Leben lang geschuftet. Sie sind müde und wollen doch eigentlich nur noch schlafen. Auch sie verstehen nicht, warum ich tue was ich tue und wie man damit Geld verdienen kann. Als ich meiner Grossmutter erzählte, dass ich Literatur studieren würde, hat sie mich nüchtern angesehen und gesagt „schade“. Tja, manchmal ist das Leben echt scheisse. Manchmal ist es wunderschön und gerade stecke ich einer dieser Grauzonen, irgendwo zwischen scheisse und wunderschön. Schade, da hatte die Grossmutter recht.

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