Vo grossä Frouätröim

(Hochdeutsche Übersetzung unten, wenn auch eine eher dürftige)

 

E chli lüfterle cha ja nid schade, heter sech gseit

Isch zu däm Meitschi ga schätzele u het nüm überleit

 

“Hinech,” het sis Gspusi scho gli zuenim gseit, “wotti mit dir überufe”

U paar Mönet spöter isch aus zungerobsi gsi, sis Läbä ä schittere Hufe

 

Mit sir Freiheit ischs nitzi gange, wüu itz heter müesse bläche für sich, si Frou u nes Ching

Uf der Büetz heter vei e chli zpyschte gha für dass si öppis zspachtle hei gha, ging u ging

 

“Was der Beck afa höischet, das isch ja chum zgloube,” het si Frou aube gfutteret

“U o der Metzger isch ä Vagant,” het är sech a Gring glängt u sis Brot nur spärlech butteret

 

Znacht het das Gööfi gmöögget u grännet u ta

Bis am angere Morgä het sis müesse umefergge, hets nid dörfe la ga

 

U wo das Modi gröser isch gsi, hets ging öppe chläbrigi Händli becho

Het heimlech u difig vom tüüre Schoggi gstibitzt u gschnouset dervo

 

Spöter ir Schuh hets mit dä Giele zangget, dass der Leischt het müesse igriife

Äs Schlitzohr isches gsi, das kleverä Meitschi, het si Charakter vo niemerem wöue la schliife

 

DUfere hets us Prinzip use nie gmacht u glich ischs es schlaus gsi

Het grossi Tröim gha, het gwüsst um si Sterchi, het meh wöue si

 

“Vatter,” hets de einisch verkündet, “i wott ga studierä”

“Nobis, git nüt,” isch dAntwort zrügg cho, “das chöimer nid finanzierä”

 

So het si gchrampfet, isch Spargle ga stäche, het Kafi serviert

Het jedes Füfi kehrt für sich e Batze zverdiene

 

DMuetter isch stouz gsi, het se immer bestercht, het se ar Uni grad itreit

U o der Vatter hets igseh u sis müglechschte bitreit

 

Wore gli druf eine het der Hof wöue mache

Het si zum Fäischter us gluegt u lut afa lache

 

“La dChlööpe vo mir, schüsch holi der Tschugger,” het si ihm gseit

Isch wieder ga lige, het sechs äbä guet überleit

 

Ihri Tröim het si gläbt, was si het wöue het si aues erreicht

U 1971 het si zerschte Mau ihre Stimmzedu igreicht

 


Hochdeutsche Übersetzung

Von grossen Frauenträumen

Ein bisschen den Hof machen kann ja nicht schaden, sagte er sich

Ging dieses Mädchen umgarnen und dachte nicht nach

 

„Heute Abend,“ sagte seine Gespielin schon bald, „will ich mit dir nach oben“

Und ein paar Monate später stand die Welt Kopf, sein Leben ein spärlicher Haufen

 

Mit seiner Freiheit ging es bachab, weil er jetzt zahlen musste für sich, seine Frau und ein Kind

Auf der Arbeit musste er ziemlich schwer schnaufen, damit sie etwas zu essen hatten, wieder und wieder

 

„Was der Bäcker heutzutage verlangt, das ist ja kaum zu glauben,“ ereiferte sie sich oft

„Und auch der Metzger ist ein Halsabschneider,“ fasste er sich an der Kopf und butterte sein Brot nur spärlich

 

Des Nachts schrie und weinte und machte das Kindlein

Bis zum nächsten Morgen musste sie es herumtragen und durfte es nicht loslassen

 

Und als das Mädel grösser war, bekam es immer wieder klebrige Händchen

Schnappte sich heimlich und schnell die teure Schokolade und kostete davon

 

Später in der Schule stritt sie sich so mit den Jungs, dass der Lehrer eingreifen musste

Faustdick hatte sie es hinter den Ohren, das clevere Mädchen, wollte seinen Charakter von niemandem schleifen lassen

 

Die Hausaufgaben machte sie aus Prinzip nie und war trotzdem sehr schlau

Hatte grosse Träume, wusste um ihre Stärke, wollte mehr sein

 

„Vater,“ verkündete sie eines Tages, „ich will studieren“

„Nein, kommt nicht in Frage,“ kam die Antwort, „das können wir nicht finanzieren“

 

So ackerte sie, ging Spargeln stechen, servierte Kaffee

War sehr sparsam, um sich einen Batzen zu verdienen

 

Die Mutter war stolz, hat sie immer bestärkt, trug sie gleich an der Uni ein

Und auch der Vater sah’s ein und trug sein Möglichstes bei

 

Als ihr bald darauf einer den Hof machen wollte

Sah sie zum Fenster hinaus und lachte laut

 

„Lass die Finger von mir, sonst hol ich die Bullen,“ sagte sie zu ihm

Legte sich wieder ins Bett, überlegte es sich eben gut

 

Ihre Träume lebte sie, was sie wollte, erreichte sie alles

Und 1971 reichte sie zum ersten Mal ihren Stimmzettel ein

 

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